Es wird nicht mehr so, wie es war

Gestern war ich mit meinen Freundinnen auf dem alljährlichen Volksfest. Wir fuhren mit dem Zug hin, flanierten über den Festplatz und landeten irgendwann in einer Hütte. Ich hatte mich sehr auf den Abend gefreut, doch irgendwann überkam mich eine unsägliche Melancholie. Es gab vordergründig keinen Grund dafür. Es kam einfach so aus „Heiterem Himmel“. Meine Freundinnen hatten viel Spass in der Hütte, weshalb ich versuchte, mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen, was mir nur so semi gelang.

Als ich heute darüber nachdachte, wurde mir klar, was mich so traurig gemacht hatte. Vor circa 2-3 Jahren schlich es sich ein, dass wir immer in dieser Hütte landeten. Ich mag diese Hütte aber nicht besonders. Es ist ok da, aber wirklich prickelnd finde ich es dort echt nicht. Früher gingen wir nur notgedrungen dort hin, wenn das Wetter schlecht war, jetzt ist es aber zum festen Programmpunkt geworden. Dieses Jahr waren wir sogar nur kurz wo anders und den gesamten Abend – 5 Stunden lang – dort.

Früher flanierten wir von Stand zu Stand und trafen Bekannte von früher, kamen ins Gespräch mit Leuten, hatten witzige Begebenheiten. Jetzt stehen wir immer am selben Eck in dieser Hütte und tanzen halt vor uns hin. Das ist an sich schon schön, aber doch keine 5 Stunden lang. Ich überlegte hin und her, ob ich meine Freundinnen einfach dort lassen sollte und alleine losziehen, aber da man schlecht wieder rein kam, wenn man mal draussen war aufgrund der Securities, unterließ ich es. Im Nachhinein hätte ich es tun sollen.

Ich hätte gerne was anderes gesehen und wäre woanders hin. Ich vermisse „mein Volkfsest“ von früher. Ich mag die neue Variante nicht so sehr. Es macht mich traurig, dass das Fest, wie ich es kannte, nicht mehr existiert, zumindest nicht mehr freitags. Wer das ließt, könnte sagen, Hey warum hast Du zu Deinen Freundinnen nichts gesagt. Das habe ich. Mehrfach. Aber sie wollten den Platz sichern und hatten furcht, er könnte später besetzt sein, was vermutlich auch so gewesen wäre. Ich wollte ihnen den Spaß nicht verderben und habe mir selbst dadurch den Abend verdorben.

Diese Hütte ist nicht so meine Welt. Schon vor zwei Jahren ging es mir dort so auf den Keks, dass ich alleine raus bin und lange einfach auf einer Parkbank davor saß und es dort besser fand. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn wir später in die Hütte gegangen wären, aber nicht schon um 18:30, als dort noch so gut wie nichts los war, nur um einen Platz zu sichern.

Es gibt Schlimmeres als einen Abend, der mir nicht so sehr gefiel. Es geht ja hauptsächlich um die gemeinsam verbrachte Zeit und die war trotz allem schön. Dennoch möchte ich endlich mal wieder einen Freitagabend, der annähernd so ist wie früher.

Zu alt für all den Scheiss

Gestern rief mich eine Freundin weinend an. Ihr ist alles zuviel. Die Pflege der Mutter, ihre eigene Familie, ihr Haushalt, der Haushalt im Elternhaus, der Job, der Nebenjob und und und.

Ich kann sie gut verstehen. Früher waren mehrere Generationen mit der Betreuung der Kinder und der Alten beschäftigt. Die Kinder, Eltern, Großeltern lebten unter einem Dach und oft auch alleinstehende Tanten oder Onkel. Ich kann mich in meiner Kindheit noch gut erinnern, dass fast jeder eine alleinstehende Großtante / alleinstehenden Großonkel hatte, die / der ebenfalls in die Kinderbetreuung mit einbezogen war, aber um die / den man sich auch kümmerte, bei Krankheit oder im hohen Alter.

Heute ist das nicht mehr so und es ist auch nicht mehr möglich, dass einer im Haushalt der Alleinverdiener ist. Oftmals kommt man auch mit zwei Einkommen gerade so über die runden und benötigt noch einen Nebenjob um das Haus abzahlen zu können, oder sich einen Urlaub leisten zu können, oder auch um das Kind auf eine Uni schicken zu können.

Ich habe keine Lösung für die Probleme der Freundin, aber das muss ich auch nicht haben. Oft reicht es, wenn man einfach nur zuhört. Irgendwann wird sich das alles lösen. Nicht heute, nicht nächstes Jahr, aber wirklich alles endet. Jede Situation endet eines Tages. Im Guten wie im Schlechten.

Es ist schwer und ich kenne das von mir selbst: Wenn man in einer miesen Situation steckt, sieht man den Ausweg oft nicht und fühlt sich scheinbar auf ewig gefangen, doch es wird enden. Es ist sehr leicht gesagt, dass man sich auf das Positive konzentrieren soll. Wenn man im Schlammloch feststeckt, sieht man den rettenden Ast vor lauter Schlamm nicht. Auch ich war schonmal in so einer Schlammgrube. Über Jahre in einer Beziehung, die nie hätte sein sollen, weil man nichts aber auch garnichts gemeinsam hatte. Ein Job, der massiv toxisch war und wo ich mindestens 1x die Woche abends heulend heim kam. Wo ich jeden Sonntagabend zitternd im Bett lag, wo ich schon Tage vor Urlaubsende Panikattacken bekam. Ich hielt dort 7 Jahre durch, weil ich wohl extrem leidensfähig bin, aber es hängt mir manchmal noch heute nach, obwohl es inzwischen auch schon viele Jahre her ist, seit ich dort entkam.

Die Freundin hat es doppelt schwer. Job sehr stressig, Privatleben sehr belastend. Sie muss immer nur geben, hat aber niemand der sie auffängt. Kein Wunder, dass sie in ihrem Jammertal gefangen ist.  Es tut mir auch sehr leid für sie, aber mehr wie einmal die Woche zuhören ist bei mir gerade auch nicht drin. Ich habe selbst für mich keine Reserven. Die Sterbebegleitungen und Verluste der letzten Monate zollen ihren Tribut. Ich bin weit davon entfernt, wieder „heil“ zu sein. Meistens tu ich so, als ob alles ok ist. „Pretend to be normal“ ist aber auch sehr anstrengend. Ich habe ihr gestern gesagt, dass sie zuerst nach sich selbst schauen muss, um Kraft für andere zu haben. Ich muss meinen eigenen Rat auch beherzigen. Man darf sich Zeit zum trauern nehmen. Es ist legitim Treffen abzusagen, wenn einem nicht danach ist. Es ist ok, Menschen zu meiden, die einen zusätzlich stressen. Ich als CEO meines Lebens darf „Freunde“ zu Bekannten degradieren, wenn sie sich nicht wie Freunde verhalten.

Ich glaube schon, dass man in Krisenzeiten erkennt, wer für einen da ist und wer nicht, aber noch besser erkennt man das an den Taten allgemein. Freuen sich die Menschen mit mir, wenn mir was Gutes widerfährt? Lachen sie mit mir, wenn was lustiges passiert? Reagieren sie auf Instaposts oder WhatsApp Statusmeldungen oder glotzen sie nur, wie es eine Freundin von mir zu sagen pflegt. Besagte Freundin hat vor Kurzem einen Post gemacht und geschrieben: „Wundert Euch nicht Ihr Glotzer, ab Morgen seht ihr keine Posts mehr von mir und auch keine Statusmeldungen. Ich sperre jetzt gleich alle Glotzer, weil sie in meinem Leben nichts verloren haben“.

Diese Aktion hat meinen vollen Respekt. Auch ich habe ein paar „Glotzer“, die sich nie melden. Die mir nicht zum Hochzeitstag gratulieren, die mir nichts zum Tod von Orpheus und Onya geschrieben haben, die sich nicht mit mir freuten, als ich letzte Woche einen Bollerwagen gewann. Sie glotzen nur. Es gab so viele Meldungen von allen möglichen Leuten. Liebe Nachbarn, Kollegen, entfernte Bekannte. Alle schrieben was Nettes, aber ein paar, die angeblich meine Freunde sind, die glotzen nur. Ich will keine Glotzer mehr in meinem Leben haben. Es reisst sich niemand einen Zacken aus der Krone, wenn man kurz einen lieben Satz schreibt. Eine Freundin von mir kann zum Beispiel ganz toll malen. Ich freue mich über jedes Bild von ihr und kommentiere das auch. Es ist grossartig, dass sie ihr Talent endlich zeigt und nicht mehr unter den Scheffel stellt und dann kann ich mich mit ihr freuen und sie anfeuern.

Ich habe vor kurzem mal gelesen, dass man ehrliche „Cheerleader“ in seinem Leben benötigt. Am Leid kann sich jeder laben, aber die wahren Schätze im Leben sind die, die sich mit Dir freuen, die Deine Talente anfeuern und kommentieren, wenn es bei Dir auch mal gut läuft und die nicht nur einfach immer nur glotzen!

Was von einem Menschenleben übrig bleibt

Nach dem Tod meiner Mutter räumen wir gerade unser Elternhaus aus. Zumindest haben wir mit den Dokumenten angefangen.

Das ist sehr emotional für mich. Auch nach 9 Monaten noch. Ausweisdokumente, Urkunden und weitere Schriftstücke. Wir mussten entscheiden, was wir aufbewahren und was wir vernichten. Leider blieb nicht viel, was wir aufbewahren. Mein Mann und ich haben keine Kinder. Für wen sollte ich es aufbewahren? Meine Brüder haben Kinder und Enkel, aber können sie später etwas damit anfangen? Es wird nun alles in einer Schachtel aufbewahrt, aber spätestens den Enkeln meiner Neffen wird es so gehen wie uns: Wir kennen sehr viele Personen auf Fotografien nicht mehr. Es sind Fremde für uns, obwohl es vermutlich Verwandte sind. Wir haben sogar Fotografien aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Keine Ahnung was das für Menschen waren. Es lebt auch schon lange niemand mehr, der das wissen könnte.

Bei uns wird es noch schneller gehen, dass alles was wir haben, all die Erinnerungen, Bilder, Deko- und Gebrauchsgegenstände entsorgt werden. Alles wird irgendwann bei einer Räumungsfirma enden, welche die Erben engagieren müssen. 90 % von einem Haushalt landen bei einem Trödeltrupp. Einiges davon später auf dem Müll. Eine Weile wird man noch betrauert, dann rückt man immer mehr in die Vergessenheit und irgendwann lebt niemand mehr der einen kannte. Wenn man „in den Herzen der Verbliebenen“ weiterlebt, „löst“ man sich auf, wenn niemand mehr übrig bleibt, der einen noch hätte „im Herzen bewahren“ können?

Vielleicht schauen die Seelen zu, wie ihr Haushalt aufgelöst wird? Was denken sie dann? Ist ihnen noch irgendwas Weltliches wichtig, oder spüren sie eher die Emotionen, die wir dabei empfinden? Die Erinnerungen, die Gefühle? Das was wirklich zählt, nicht irgendwas Materielles. Das Ausräumen schlaucht mich emotional sehr. Wieder dort zu sein, wo wir Kinder waren, wo wir groß geworden sind, aber ohne die Eltern. Weil wir nun Waisen sind. Die Eltern sind die Eltern, egal in welchem Alter wir sie verlieren. Man ist nun niemandes Kind mehr. Die Räume in denen man geschlafen, gegessen – einfach gelebt hat, sind nur noch ein Schatten dessen was sie früher waren. Man lebt hier schon lange nicht mehr. Nun ist man aber auch nicht mehr zu Besuch dort, sondern zur Auflösung des Haushalts.

Es werden noch einige sehr emotionale Stunden dort anstehen, denn im Prinzip „wirft man das Leben der Eltern weg“ und das tut weh, auch wenn es eigentlich nur Papiere und Dinge sind. Aber es waren eben die „Papiere und Dinge“ der Eltern. Die Handschrift der Eltern, auf den Schriftstücken, die Häkeldecken von der Mutter, die Sitzecke wo der Vater immer sass. Die Gewissheit der Endlichkeit.

Wir fanden auch sehr viele nagelneue Gegenstände. Tischdecken, die nie benutzt wurden, brandneues Besteck, noch in der Schachtel verpackter Wasserkocher mit Preisaufkleber drauf. Gläser, die zwar alt, aber niemals benutzt wurden, weil man sie für „besondere Gelegenheiten“ aufgehoben hatte, die nie kamen.

Am Ende meiner Tage wird es viel „Gruscht und Krempel“ geben, der entsorgt werden muss, weil wir alle viel zu viel Zeug haben. Aber ich benütze „edle“ Gläser einfach so, ohne Anlass, ich trage manchmal Abendkleider im Garten, weil es mir Freude bereitet sie zu tragen. Ich laufe öfter sehr overdressed herum, weil ich es kann. Ich sage Menschen, dass sie mir wichtig sind und ich wäre fein mit allem, wenn ich morgen gehen müsste, weil ich mit niemand in Unfrieden lebe.

Once in a lifetime

Wie ich geschrieben habe, wurde ich in den letzten Monaten leider sehr häufig mit dem Tod von geliebten Wesen konfrontiert. Meine Mutter, unser Orpheus und unsere Onya.

2015 verlor ich meine damals beste Freundin an den Tod. Wir hatten eine sehr enge Freundschaft, wir waren wie Schwestern. Für sie war ich nicht Margit, sondern ihr „Schätzle“. Wir lachten viel zusammen, standen aber auch so einiges zusammen durch.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie mitten in der Nacht bei mir klingelte und mit einer Reisetasche und ihrem Festnetztelefon in der Hand dastand, weil sie nach einem fürchterlichen Streit mit ihrem damaligen Freund zu mir kam und bei mir übernachtete. Es war gar keine Frage, dass sie bei mir Zuflucht fand, sondern so normal wie es nur sein kann. Wir erlebten Trennungen zusammen, Liebeskummer, neue Lieben und letztendlich die schlimme Diagnose Brustkrebs im Palliativstadium.

Ich begleitete sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Reduzierte meine Arbeitszeit, um sie so oft wie möglich besuchen zu können. Ich las ihr wochenlang vor, als sie selbst nicht mehr lesen konnte, ich bastelte ihr mutmachende Collagen, ich schrieb ihr Briefe. Sie sagte einmal, dass es ihr leid tue, dass sie mir das was ich für sie tue nicht zurück geben könne. Darum geht es doch in einer tiefen, echten Freundschaft nicht. Das ist selbstverständlich, oder sollte es zumindest sein.

Selbst am Schluss, als sie schon Gehirnmetastasen hatte, fanden wir noch Gründe zum lachen.

Vielleicht ist es ungerecht von mir, alle anderen Freundschaften an dieser zu messen. Ich hatte so ein Glück. Vermutlich hat man so eine enge freundschaftliche Beziehung nur einmal im Leben. Wir stritten auch ab und zu und versöhnten uns wieder. Wir konnten zusammen lachen, weinen, tanzen, schweigen. Wir erlebten so viele aberwitzige Episoden zusammen.

Natürlich habe ich noch 2-3 engere Freundinnen, aber so eine Verbindung wie mit ihr, ist es nicht, obwohl ich auch diese Freundinnen teilweise schon seit über 20 oder 30 Jahren kenne.

Lange Zeit habe ich noch von ihr geträumt, doch vor ein paar Jahren hatte ich den letzten Traum, in dem sie mir sagte, dass sie wieder inkarnieren wird. Vielleicht kann sie mir doch irgendwann mal das zurück geben, was ich für sie getan habe, oder sie hat es bereits in einem anderen Leben getan oder wird es in einem Zukünftigen. Wir wissen so wenig. Manchmal bin ich noch traurig, sie nicht mehr um mich zu haben. Einfach aufgrund der Tiefe der Freundschaft. Ich habe meinen Frieden mit ihrem sehr frühen Tod gemacht, aber dennoch ist da manchmal die Sehnsucht nach der verlorenen innigen Freundschaft, wo man sich alles sagen konnte und man selbst sein konnte, ohne sich zurück zu nehmen, verstellen zu müssen oder nicht so offen sein zu können. Vielleicht hat man das wirklich nur Once in a Lifetime.

Schon wieder hat der Tod uns eines unserer Kinder genommen

 

Am

Am Sonntag, 22.03.2026 verloren wir unsere Onya. Sie starb bei uns im Bett schlafend. Bis wir morgens aufwachten, war sie schon ganz steif. Sanft und zart, wie sie immer war, ist sie auch gegangen. Natürlich vermissen wir sie sehr, sind jedoch auch dankbar für die lange Zeit, die wir sie um uns haben durften und dass sie im Schlaf gehen konnte.

Vielleicht wollte sie zu ihrem Bruder Orpheus, den wir vor zwei Monaten verloren haben.

Sie war so eine wunderschöne Prinzessin. Sie fehlt so sehr! Heute habe ich Handtücher in den Schrank geräumt. Onya hat es geliebt, sich auf den frisch gewaschenen Handtüchern zu wälzen. Sie war so ein anmutiges, edles Wesen. Meine MausMaus! Du fehlst!

Kann sein, dass es reines Wunschdenken von mir ist, aber ich bilde mir ein, dass Onya mir Zeichen geschickt hat:

Hier glaube ich eine kleine weisse Katze zu erkennen

und hier eine Taube

Nicht schon wieder

Das ist unsere älteste Katzentochter Onya. Ihr Bruder Orpheus starb vor 8 Wochen und seither baut auch sie mehr und mehr ab. Wir sind natürlich in tierärztlicher Behandlung, jedoch hat sie Niereninsuffizienz Stufe 4, was wir mit SUC, Phosphatbinder und Renalkomplex behandeln. Sie bekommt auch ein Mittel gegen ihre Übelkeit.

Sie ist sehr verschmust und schläft nachts am allerliebsten bei uns unter der Bettdecke. Heute am 19.03.2026 ist sie genau 15 Jahre bei uns. Ich weiss noch genau, wie der Vorbesitzer sie und Orpheus in einem Rollkennel zu uns brachte. Die Vorbesitzer hatten sie zur Vermittlung ausgeschrieben, weil die beiden im Katzenrudel (die Vorbesitzer hatten über 10 Katzen) gemobbt wurden. Die Beiden waren zu diesem Zeitpunkt 1,5 Jahre alt. Wir suchten damals nach Spocky’s Tod Gesellschaft für unsere MissC. Orpheus und MissC mochten sich auf Anhieb und kuschelten auch oft zusammen. Onya jedoch mochte keine der anderen Katzen so wirklich und war immer lieber für sich. Vielleicht hat ihr aber der Tod ihres Bruders doch mehr zugesetzt als wir denken. Ihr körperlicher Abbau exakt nach seinem Tod ist signifikant. Trauert sie etwa auch? Wir ließen Orpheus‘ Körper extra noch einen Tag im Wohnzimmer liegen, damit sich alle Katzen von ihm verabschieden konnten.

Natürlich tun wir für Onya alles in unserer Macht stehende, wie wir es auch schon mit Orpheus, Gizmo, Merlin, MissC und Spocky taten, doch wieder bestehen meine Tage aus Angst. Angst vor dem Unvermeidlichen. Wir können die Lebensspanne unserer Lieblinge leider nicht verlängern. Ich versuche mich zu beruhigen, weil Onya meine Angespanntheit auch spürt. Ich muss mich ihr Zuliebe beruhigen um sie nicht noch zusätzlich mit meinen Emotionen zu belasten. Katzen sind die ultimativen Emphaten. Auch hier wird Tag X kommen, ob ich dafür bereit bin oder nicht. Das ist der Lauf des Lebens und irgendwann werden wir alle diesen Weg gehen.

In Zeiten wie diesen habe ich Gedanken wie „Wenn alle vier mal gegangen sind, will ich keine Katzen mehr, weil der Schmerz zu schlimm ist“. Doch sie geben auch so viel Glück und Liebe. Bedingungslose Liebe, die all den Schmerz mehr als aufwiegt. Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos.

Unkompliziert

Wenn ich auf Plattformen Bewertungen bekomme, dann meistens „unkompliziert“. Es ist einfach bei mir zu kaufen oder zu verkaufen.

Auf Plattformen mag das ok sein, aber ich fürchte, ich bin so oder so zu „unkompliziert“. Ich lasse allen alles immer wieder durchgehen. Das unflätigste, stoffeligste Verhalten, aufgrund massiver Harmoniesucht.

Ich sollte viel viel komplizierter sein! Ich sollte sagen, dass mir eine gewisse Bekanntschaft viel zu oberflächlich ist und zu wenig in die Tiefe geht. Ich sollte sagen, dass mir das Gejammer einer anderen Bekannten echt massiv auf den Zeiger geht, vor allem, wenn es mir selbst nicht gut geht. Ich will nicht mit Lappalien vollgespamt werden. Ich sollte sagen, dass ich es echt gar nicht mag, wenn ich abgeholt werde und nur eine WhatsApp bekomme mit „bin da“. Ich finde das sehr stoffelig. Ich sollte auch denjenigen mal über den Mund fahren, die zu allem ihren unqualifizierten Senf dazu geben und sich für die Schlausten halten und mir die Welt erklären wollen, ich aber genau weiss, dass sie unrecht haben und im Grunde arme Würstchen sind.

Ich bin es gerade so leid und habe keine Kapazitäten! Mein Leben ist zu kurz für „unkompliziert“. Ich werde mich daran üben, in der nächsten Zeit kompliziert zu sein. Wenn es dadurch „Schwund“ und „Reibungen“ gibt, dann ist es so.

Ich erwarte mehr und das ist ok. Eine Freundin sagte kürzlich nach einem miesen Date: „Vielleicht erwarte ich zuviel, aber mit zu wenig kann ich mich nicht zufrieden geben“. Das gilt nicht nur für Beziehungen, sondern auch für Freundschaften. Es ist nicht zu viel verlangt, dass ich nach einem Todesfall von meinen angeblich besten Freunden mehr erwarte als eine WhatsApp. Das mindeste wäre ein Anruf gewesen. Ich kann auch erwarten, dass man sich Gedanken macht und nicht gerade mir erzählt, dass man Beef mit der Mutter hat und dass man nichts mehr miteinander redet, wenn ich froh wäre, noch mit meiner Mutter reden zu können. Wie unsensibel und gedankenlos kann man den sein? Aber an solchen „Kleinigkeiten“ merke ich, dass es nicht um mich geht, sondern es scheißegal ist, wie ich mich fühle, Hauptsache, die Personen können ihren „Müll“ los werden. Ich will aber den „Müll“ nicht hören. Ich habe höhere Ansprüche an Freundschaften, weil ich selbst auch mehr gebe. Wie es meine Freundin sagte: „Ich kann mich nicht mit zu wenig zufrieden geben“.

Neues aus Jesterfield

Weil mein Leben gerade nicht so leicht ist, kommt hier mal wieder eine Story aus meinem Leben, um etwas Unbeschwertheit zu vermitteln:

Es ist bestimmt schon über 10 Jahre her, als mein Augenarzt sagte, ich dürfe keine weichen Kontaktlinsen mehr tragen, aufgrund von Office Eye Syndrom. Meine Tränenflüssigkeit reichte einfach nicht mehr aus. Er empfahl mir daraufhin harte Kontaktlinsen.

Besser gesagt, eine harte Kontaktlinse für das rechte Auge, weil ich auf dem linken Auge eh von Geburt an nicht so viel sehe, als dass man es hätte ausgleichen können. Gesagt getan, ich bekam die Kontaktlinse und eines schönen Samstagnachmittags probierte ich die aus. Bekam sie auch auf Anhieb an die richtige Stelle. Jedoch bekam ich sie abends nicht mehr raus.

Ich hatte zur Entnahme eine Art Mini Pömpel bekommen, der die Linse von meinem Auge saugen sollte. Dabei verrutschte sie und hing irgendwo im Auge, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Mein Mann versuchte sein Glück ebenso erfolglos. Irgendwann sahen wir ein, dass ich professionelle Hilfe benötigte. Der Augenärztliche Notdienst an diesem Abend, befand sich 40km entfernt. Auf dem Weg dort hin, schneite es und wir mussten im Schritttempo im Schneegestöber fahren. Zu allem Überfluss wohnte der Arzt auch noch hoch oben auf einem Berg mit einer sehr engen, rutschigen Zufahrtstrasse.

Letztendlich kamen wir dort an, der Arzt entfernte die Linse von meinem Auge, tröpfelte mir antibakterielle Tropfen ein und meinte noch so „Das mit den harten Linsen können Sie bei ihrem Sehfehler vergessen. Sie bräuchten ja das linke Auge um die Linse zu sehen und zu entfernen, das ist ja so gar nicht möglich“. Tja, das hatte ich auch schon gemerkt.

Dieser Tag war der allerletzte, an dem ich Kontaktlinsen trug und ich ließ mir eine Brille anfertigen. Mein Sehfehler konnte mit den Linsen besser korrigiert werden, aber es ist wie es ist und es gibt wahrhaftig Schlimmeres. Inzwischen habe ich mich auch an die Brille gewöhnt, auch wenn ich damit ein bissle ausschaue wie Nana Mouskouri in den 70ern.

Wenn unsere Liebe Dich hätte retten können

Am Montag, 26.01.2026 starb unser geliebter Orpheus. Obwohl wir ahnten, dass er nicht mehr lange bei uns sein wird, traf es uns dennoch mit voller Wucht. Er schlief sehr viel am Montag und wenn er wach war, drückte er seine Pfötchen ganz fest in meine Hand, oder schmiegte sein Köpfchen in meine Handfläche. Abends gegen halb 9 wurde er auf einmal sehr unruhig. Wir streichelten ihn und sagten ihm, wie sehr wir ihn lieben, dann schnaufte er noch dreimal tief und verließ seinen Körper.

Er war das sanfteste, liebste Katerle der Welt. Ich habe hier und auf meinem WhatsApp Status oft davon geschrieben, wie wundervoll er ist, aber das war er eben auch. Er hatte immer gute Laune. So ein sanftes Wesen und ein echt sonniges Gemüt. Bevor er krank wurde, begrüßte er mich jeden Tag freudig mit seinem markanten, leicht nölend klingelndem Maunzen. Er war als einziger unserer Katzen genauso verfressen, wie mein Mann und ich. Leider nahm er immer mehr ab, egal wieviel er frass und er frass wirklich viel. Egal wo er war, wenn er hörte, dass ich eine Dose öffnete, kam er sofort angeflitzt.

Gestern kochte ich eine Kürbissuppe und als ich die Kokosmilch öffnete, dachte ich für einen Moment „Orpheus schleckt bestimmt wieder total gerne den Deckel ab“ und dann traf es mich wieder wie ein Blitz. Er wird nie wieder den Deckel der Kokosmilchdosen abschlecken. Ich werde nie wieder in seine wunderschönen grünen Augen schauen können. Er wird meine Hände nicht mehr mit seinen Pfoten umklammern. Ich höre sein wohliges Schmatzen nicht mehr. Er wird mich morgens nicht mehr mit der Pfote an der Nase stupsen. Ich werde ihn erst wieder sehen, wenn ich auch auf die andere Seite wechseln werde.

Das ist das einzig Schlimme an unseren Kindern. Wir überleben sie leider. Er lebte seit März 2011 bei uns. Er und seine Schwester Onya waren damals 1,5 Jahre alt. Ich bin jedoch froh und dankbar, dass ich über 15 Jahre seine Mama sein durfte. Mein geliebtes Fleckifleck, mein Zen-Meister, mein Schatz.

Am Freitagabend dachte ich, ich sehe ihn im Wohnzimmer laufen und ich höre oft sein Maunzen in meinem Kopf. Gestern Abend starrten die anderen Katzen auf eine Stelle im Wohnzimmer, wo wir Menschen nichts sahen. Vielleicht hat er uns besucht und die Katzen konnten ihn sehen. Was wissen wir schon. Während ich das hier schreibe, sitze ich genau an dem Platz, an dem er starb.

Inzwischen habe ich 7 Lebewesen beim Übergang begleitet. Drei Menschen und 4 Katzen. Die Katzen gingen bisher zum Glück alle sehr sanft. Immer ähnlich. Sie wurden unruhig, strampelten mit den Pfoten, atmeten dreimal tief und verließen ihre Körper. So war es bei MissC, bei Gizmo und bei Orpheus. Bei Merlin war es ein bissle anders. Er starb komplett unerwartet an HCM und er war erst 3 Jahre alt. Aber egal ob ein geliebtes Wesen unerwartet stirbt, oder ob sich der Sterbeprozess über Wochen / Monate zieht, wie bei MissC, Gizmo und Orpheus, der Schmerz ist derselbe und auch der Schock. Selbst wenn man eigentlich weiss, dass sie sterben werden, so hofft man doch immer noch auf ein Wunder. Freut sich an kleinen Verbesserungen des Zustands.

Orpheus ging es Anfang November schon einmal sehr schlecht und er konnte nicht aufstehen. Hatte sich das Beinchen gestaucht. Wir fütterten, tränkten, wickelten und badeten ihn und die Tierärztin machte uns eigentlich keine großen Hoffnungen, dass er jemals nochmals laufen könne. Er hatte aber so einen Lebenswillen und war so gut drauf, aß richtig gut, dass auch sie sagte, dass er Leben will und wir ihn solange leben lassen sollen, wie er will. Was wir natürlich gerne für ihn taten.

Wir gingen die letzten 3 Monate nur noch selten zusammen aus dem Haus und es war immer jemand bei Orpheus. Anfang Dezember gab es dann das Wunder. eine Woche vor meinem Geburtstag stand er morgens einfach auf und lief zum Klo, als ob nichts gewesen wäre. Der Zustand hielt bis zum 1. Weihnachtsfeiertag an. Morgens sprang er an diesem Tag vom Bett, obwohl ich ihm ein Treppchen hin gestellt hatte. Dabei zerrte er sich wieder das Beinchen und humpelte wieder. Es war aber noch so, dass er es belasten konnte. Ich hatte ihm ein Laufställchen für Kitten gekauft und wenn wir ihn nicht unter Beobachtung hatten, beim schlafen, kochen oder duschen, verbrachte er die Zeit in diesem Ställchen, damit er nirgends herunterfallen konnte, zu seiner Sicherheit. Er mochte das Ställchen aber recht gerne und machte sich bemerkbar, wenn er aufs Klo musste, essen oder trinken wollte. Dann stand ich zu jeder Zeit auf und brachte ihn aufs Klo, gab ihm zu essen und zu trinken.

Dieser Zustand hielt an, bis zum 5. Januar. Morgens war er noch gerannt, so dass ich ihn gerade noch davon abhalten konnte, dass er die Treppe runterspringt. Abends waren wir mit Freunden essen und als wir nach Hause kamen, lag er in seinem Ställchen (das offen war) und konnte sich nicht mehr bewegen. Er hatte Schmerzen am Rücken. Diagnose war sowas wie ein Hexenschuss. Es kam dann 2-3x die Woche die Tierheilpraktikerin mit einem Laser und Health Key und behandelte ihn, was er sehr genoss. Er bekam natürlich auch Schmerzmittel und wenn er sich nicht bewegte, hatte er keine Schmerzen. Wir lagerten ihn mehrfach täglich um, massierten seine Beinchen, wickelten, tränkten, fütterten und wuschen ihn wieder zu jeder Tages- und Nachtzeit und gingen nicht mehr länger als 2 Stunden gemeinsam aus dem Haus. Wir hatten eine Infrarotlampe gekauft und wärmten damit seinen Rücken und ich machte mehrmals täglich ein Moorkissen warm. Einer von uns war immer im Homeoffice, meist mein Mann. Die „Nachtschicht“ übernahm immer ich. Ich versorgte ihn 3-4x in der Nacht. Wir legten ihn nicht mehr ins Ställchen, sondern zwischen uns ins Bett, damit er mich mit seinen Pfoten wecken konnte, wenn er frisch gemacht werden musste, was er zuverlässig tat.

Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte ich ein Video gemacht, wie er sich wieder schmerzfrei aufsetzte und akribisch seine Pfötchen und sein Gesicht leckte. Die Tierheilpraktikerin sagte auch, dass die Laserbehandlung angeschlagen hatte und auch wir hatten den Eindruck, dass er sich wieder besser bewegen konnte und auch keine Schmerzen mehr hatte.

Die Silberschnur spannt sich immer mehrmals, bevor sie endgültig reißt. Das war bisher immer so. Bei meinem Vater, meiner Mutter, Gizmo und Orpheus.

Mein Vater aß zwei Tage vor seinem Tod genüsslich eine Tomatensuppe und saß aufrecht im Bett und redete wie immer. Meine Mutter wollte zwei Tage vor ihrem Tod, dass ich ihr Himbeeren mitbringe und erzählte von Rezepten. Gizmo lief freudig im Gartengehege herum und wir dachten echt jedesmal, dass vielleicht doch nochmal ein Wunder geschieht, aber es ist das letzte Aufbäumen der Lebenskraft. Am Samstag bevor Orpheus starb war noch eine Freundin zu Besuch und sie bemerkte noch, wie aufmerksam er zuhörte und seine Ohren spitzte und sie fand es so erstaunlich, dass er sich immer meldete, wenn er was benötigte. Sonntags schlief er viel und montags war er tagsüber schon zeitweise nicht mehr so ganz in dieser Welt, das spürte man. So schlimm es ist, geliebte Wesen (und hier macht es keinen Unterschied ob Mensch oder Tier) zu verlieren, so ist der Übergang auch ein heiliger Moment. Ich bin dankbar, dass wir die Entscheidung nicht fällen mussten und er den Zeitpunkt selbst wählte. Ich bin auch dankbar, dass wir ihn noch drei Monate bei uns hatten und seinen letzten Weg mit ihm gehen durften.

Am Ende aller Tage

Ich denke gerade viel an meine verstorbene Mama. Letztes Jahr sagte sie, dass sie glaubt, dass es ihr letztes Neujahr war. Sie sagte später auch, dass sie glaubt, dass es ihr letzter Geburtstag sein wird. Kurz nach ihrem Geburtstag lies sie sich die Haare – entgegen ihrer Gewohnheit – ganz kurz schneiden. Ich denke, auch hier wusste oder ahnte sie, dass es ihr letzter Haarschnitt sein würde.

Ich kann mich noch gut an einen schönen Frühlingstag erinnern, als ich sie im Rollstuhl durch den Park schob und sie den Frühling regelrecht aufgesaugt hat. Sie erfreute sich an jeder Blume, jeder Blüte, jedem Schmetterling, jeder Biene. Sie wollte damals, dass ich sie in die Sonne stelle, damit sie jeden Strahl genießen konnte. Sie konnte sich nicht an den Farben der Blumen satt sehen. Wir haben an diesem Tag nicht viel geredet, sondern einfach das Sein genossen. Auch ich ahnte an diesem Tag, dass uns nicht mehr viele solcher Tage bleiben würden.

Man erahnt oder fühlt die Nähe des Todes. Ich wusste es bisher immer, wenn nahestehende Personen oder Tiere dem Tod nahe waren. So schwer es ist, ein geliebtes Wesen zu verlieren (und hier macht es keinen Unterschied, ob es ein Tier oder ein Mensch ist), desto mehr fühlen wir auch selbst wieder das Leben.

Der Tod gehört genauso zum Leben, wie die Geburt. Wir verdrängen diesen Teil nur lieber, weil wir ihn nicht als „freudig“ ansehen. Dabei ist es eine Ehre, Lebewesen, bis zu ihrem Übergang zu begleiten. Der Tod ist niemals das Ende, davon bin ich felsenfest überzeugt. Die Verstorbenen sind auch noch eine Weile um uns, wenn sie ihren Körper verlassen haben.

Unsere verstobene MissC war sehr lange noch bei uns. Über drei Jahre lang fühlte ich noch ihre Präsenz und die anderen Katzen auch. Niemand legte sich auf ihren Lieblingsplatz auf meinen Nachttisch. Ich beobachtete sogar einmal, wie Merlin auf den Platz springen wollte, im Sprung merkte, dass dort etwas ist, und wieder zurück sprang.

Wir sind noch immer verbunden mit den geliebten Seelen. Meine Mutter fühle ich nicht als Präsenz hier, ich glaube, sie ist schon lange auf der anderen Seite. Mein Papa verweilte etwas länger hier und ich hörte ihn sogar einmal zu mir sprechen. Er sagte laut und deutlich „Madle, mach Dir doch ned um alles immer so an Koupf, sìsch alles guad wiss isch“.

Ich mache mir noch immer viel zu oft einen Kopf um alles, wohl wissend, dass ich es eh nicht kontrollieren oder gar ändern kann. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Irgendwann wird auch meine Zeit gekommen sein. Habe ich dann ein gutes Leben gelebt? Ich weiss es nicht. Vielleicht hätte ich es früher mehr „krachen lassen“ sollen. Vielleicht sollte ich jetzt mehr riskieren. Mich weniger zurück halten. Ich hätte manche Menschen definitiv früher „gehen lassen sollen“. Habe zu lang an ihnen fest gehalten, obwohl sie keinen Platz mehr in meinem Leben hatten, oder besser nie einen hätten haben sollen.

Ich war mal bei einem Vortrag eines buddhistischen Mönchs der sagte „Ihr Leute im Westen denkt immer, ihr müsst alles in dieses eine Leben packen, dabei habt ihr noch so viele vor Euch“. Vielleicht muss nicht jedes Leben „bedeutend“ sein. Es kann durchaus ausreichend sein, ein „gewöhnliches“ Leben zu leben.